Mit einer SLCC - Second Life Community Convention - richten sich die Veranstalter an aktive Second Life Nutzer, die sich untereinander austauschen und sich über interessante Projekte und Ansätze informieren möchten.
Nach Darmstadt und Berlin wurde jetzt die dritte deutsche SLCC in diesem Jahr, welche in Düsseldorf vom 21-23. September 2007 stattfinden sollte, abgesagt. Die Veranstalter nennen zwei Hauptgründe für die Absage - zu geringer Ticketverkauf und zu wenige Sponsoren. Beides wird auf die eher negative Presse zu Second Life, insbesondere in Deutschland, zurückgeführt.
Dabei ist das Interesse an hochwertigen Veranstaltungen zu Second Life und anderen virtuellen Welten ungebrochen. Ich selbst war auf einer sehr gut besuchten Veranstaltung von Euroforum in München zum Thema Second Life, an der Marketingexperten und Entscheider führender deutscher Unternehmen teilnahmen. Die Ergebnisse der Euroforum-Konferenz wurden von Hr. Kircher, Leiter Entwicklung IBM Deutschland wie folgt zusammengefasst:
„Second Life ist der Anfang – dabei bieten digitale Welten signifikante Potenziale für nahezu alle Branchen“
Ich interpretiere in die erneute Absage der SLCC einiges hinein. Aus der Vielzahl der Konferenzen und professionellen Veranstaltungen, der hohen Ticketpreise und der hochkarätigen Teilnehmer schließe ich, dass nach wie vor großes Interesse bei Unternehmen und Entscheidern am Thema virtuelle Welten besteht. Auch wenn durch die negative Berichterstattung insbesondere in Deutschland einige Entscheider unentschlossen sind bzw. sich abwartend verhalten sehen alle meine Gesprächspartner virtuelle Welten als einen wichtigen langfristigen Trend bei dem man dabei sein muss.
Bei den privaten Anwendern hingegen hat die zumeist neutrale oder negative Berichterstattung in den letzten Wochen deutlichere Spuren hinterlassen. Für private Anwender ist der Hype zunächst einmal vorbei. Aus der Traum von der glücklich machenden virtuellen Welt - auch hier muss man selbst aktiv werden um Freundschaften aufzubauen und positives zu erleben. Wohl hat es auch einige Glücksritter erwischt, die mit ihren Aktivitäten in Second Life “den schnellen Euro” machen wollten.
Virtuelle Welten sind ein langfristiger Trend und Second Life ist erst der Anfang. Anwendungsfelder und Geschäftsmodelle müssen sich erst noch entwickeln bzw. stabilisieren. Allen Firmen möchte ich den Rat geben sich jetzt mit dem Thema virtuelle Welten auseinander zu setzen - mit kleiner Geld ausprobieren was geht… wie man auf die Menschen zugeht… inwieweit man sich selbst an neue Kommunikationsformen anpassen muss… - damit zukünftige Entwicklungen richtig eingeschätzt werden können.
Mike Hummel